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Der Bogen (Dhanurasana)

Der Bogen kombiniert die Wirkungen der Kobra und der Heuschrecke, und hat zusätzlich einige weitere Vorzüge. Idealerweise werden diese drei Stellungen nacheinander geübt.

Während die beiden anderen rückwärtsbeugenden Stellungen die Rückenmuskeln beanspruchen, bleiben jene im Bogen entspannt.

Wir können den Bogen, ähnlich wie die Kobra, in zwei Stufen durchführen; die erste Stufe ist schonender, die zweite intensiver:

Durchführung - Bogen-1

1. Auch diese Asana verwendet die Bauchlage als Ausgangsstellung. Beuge die Beine und greife zu den Fußgelenken.

2. Spanne mit dem Einatmen die Oberschenkelmuskeln an und bringe die Füße so weit wie möglich nach hinten. Die Oberschenkel bleiben am Boden; nur der Oberkörper wird vom Boden abgehoben. Die Arme bleiben gestreckt.

3. Halte die Asana bei normaler bis tiefer Atmung 30 bis 60 Sekunden lang.

4. Löse mit dem Ausatmen langsam die Spannung im Körper und entspanne in der Bauchlage.

Durchführung - Bogen-2

1. Ausgehend vom Bogen-1 hebe auch die Knie so weit wie möglich vom Boden ab. Die Füße streben jetzt nicht nach hinten, sondern nach oben. Hebe den Kopf und blicke nach vorne-oben. Achte darauf, dass die Arme während der ganzen Übung gestreckt bleiben (sie stellen die Bogensehne dar). Dies ist die Endstellung.

2. Halte die Asana bei normalem bis tiefem Atem 30 bis 60 Sekunden lang.

Zusätzliche Wirkung auf die Organe im Bauchraum wird ausgelöst, wenn du in der Endstellung vor- und rückwärts schaukelst.

3. Löse mit dem Ausatmen langsam die Spannung im Körper und entspanne in der Bauchlage.

Konzentration und Affirmation

In dieser Stellung gibt es einen statischen Fixpunkt im Körper; dies ist die Körpermitte, die fest auf dem Boden ruht, während sich die Teile ober- und unterhalb vom Boden weg bewegen. Spüre dieses Wachsen nach oben simultan mit der ruhenden Mitte und der wachsenden Spannung in dieser Mitte. Trete aus deinem Körper heraus und betrachte die steigende Spannung des Bogens deines Körpers.

Konzentrationspunkt: Kehlkopfchakra oder Nabelchakra.

Affirmation: "Ich öffne mich und dehne mich aus."

Wirkungen

Der Bogen ist sehr wirksam gegen Müdigkeit und Schlaffheit des Körpers, was eine Folge der Stimulierung des Sympathikus im Solarplexus (Manipura Chakra, das Energiezentrum unseres Körpers) ist. Er sollte wegen dieser anregenden Wirkung nicht vor dem Schlafengehen praktiziert werden.

Verschiedene endokrine Drüsen, insbesondere die Nebennieren und die Schilddrüse, werden massiert und erhalten frisches Blut, was ihre Funktion reguliert und harmonisiert. Das von den Nebennieren abgegebene Cortison verstärkt den oben beschriebenen "Muntermacher-Effekt" dieser Übung.

Alle Organe im Bauchraum, insbesondere Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm, erhalten eine Massage, die sich auf ihre Tätigkeit sehr positiv auswirkt.

Auch die Funktion der Nieren wird verbessert, was über die Blutreinigung generell positiven Effekt auf viele weitere Körperfunktionen hat.

Die Wirbelsäule wird elastischer, was, wie bei den anderen rückwärtsbeugenden Asanas, nicht nur ein Gefühl von Beweglichkeit und Jugendlichkeit entstehen lässt, sondern tatsächlich den ganzen Körper verjüngt. Der Bogen ist auch bei Kyphose (Rundrücken) und bei Rheumatismus hilfreich.

(c) Yogania